Der Knick-Senkfuß (auch Knick-Plattfuß) ist einer der häufigsten Gründe, warum Eltern mit ihrem Kind zum Kinderorthopäden kommen. Vorab die wichtigste Nachricht: In den allermeisten Fällen handelt es sich um eine völlig normale Entwicklungsstufe, die keiner Behandlung bedarf.
Was ist ein Knick-Senkfuß?
Beim Knick-Senkfuß knickt die Ferse nach innen (Valgusstellung), und das Fußlängsgewölbe ist abgeflacht. Das sieht bei Kleinkindern oft dramatischer aus, als es ist: Fast alle Kinder haben in den ersten Lebensjahren einen Knick-Senkfuß.
Die Zahlen sprechen für sich
- Mit 18 Monaten: 97% aller Kinder haben einen Knick-Senkfuß
- Mit 5 Jahren: noch etwa 80%
- Mit 10 Jahren: haben sich 96% der Füße von selbst korrigiert
Wann ist ein Knick-Senkfuß behandlungsbedürftig?
Eine Behandlung ist notwendig, wenn:
- Der Knick-Senkfuß steif ist und sich nicht aktiv aufrichtet (auf Zehenstand)
- Schmerzen bestehen
- Die Fehlstellung im Laufe des Wachstums zunimmt statt abnimmt
- Eine zugrundeliegende Erkrankung vorliegt
- Der Fuß über das altersübliche Maß hinaus abgeflacht ist
Braucht mein Kind Einlagen?
Diese Frage höre ich sehr häufig. Die wissenschaftliche Studienlage ist eindeutig: Bei flexiblen, schmerzfreien kindlichen Knick-Senkfüßen haben Einlagen keinen nachweisbaren Effekt auf die Fußentwicklung. Was hingegen nachweislich hilft, ist häufiges Barfußlaufen auf verschiedenen Untergründen.
Einlagen können sinnvoll sein bei Schmerzen unter Belastung, pathologischen (krankhaften) Fußfehlstellungen oder begleitend bei neurologischen Grunderkrankungen.
Was können Eltern tun?
- Barfußlaufen fördern – so viel wie möglich, auf verschiedenen Untergründen
- Passende, flexible Schuhe kaufen – keine steifen “Stützschuhe”
- Das Kind in seiner Bewegungsfreude unterstützen
- Regelmäßige kinderorthopädische Kontrollen bis zum Wachstumsabschluss