Eine kleine, oft unterschätzte Frage: Was zieht mein Kind eigentlich zum Termin an? Mit der richtigen Kleidung läuft die Untersuchung entspannter, Ihr Kind friert nicht und die wichtigen Stellen sind schnell sichtbar.
Das Grundprinzip
Damit ich die Beinachsen, die Wirbelsäule, den Gang und die Hüften beurteilen kann, muss Ihr Kind sich teilweise ausziehen – z.B. Schuhe, Socken, Hose und T-Shirt/Pullover. Die Faustregel:
- Leicht und schnell auszuziehen. Vermeiden Sie alles mit vielen Knöpfen, Schnürsenkeln, Reißverschlüssen oder engen Bündchen
- Kein engsitzendes oder einschnürendes Material. Drückende Spuren auf der Haut können das Untersuchungsbild verfälschen
- Mehrere Schichten, damit Ihr Kind sich nach der Untersuchung schnell wieder anziehen kann und nicht friert
Empfehlungen nach Alter
Säuglinge (0-12 Monate)
Ein einfacher Body und ein Strampler reichen völlig. Der Hüftultraschall findet in einer Lagerungsschale mit Wickelunterlage statt. Für weitere Untersuchungen ist eine Wickeltisch mit Wärmelampe vorhanden. Praktisch: ein Body mit Druckknöpfen vorne, der schnell zu öffnen ist.
Tipp: Bringen Sie eine frische Windel mit – manchmal ist das Timing nicht optimal, und ein zufriedenes Baby lässt sich besser untersuchen.
Kleinkinder (1-5 Jahre)
- Pullover statt engem Longsleeve (lässt sich schnell ausziehen)
- Bequeme Hose mit Gummibund (kein Jeansknopf zum Aufribbeln)
- Socken und nicht zu enge Leggings statt Strumpfhose
Tipp: Ein Lieblings-Kuscheltier in der Tasche schafft Sicherheit. Manche Kinder lassen sich besser untersuchen, wenn der Teddy „auch dran kommt”.
Schulkinder und Jugendliche (ab 6 Jahren)
- Unterwäsche/Sport-Outfit, in dem sich das Kind wohlfühlt (Sport-Top + bequeme Shorts)
- Lockere Jogginghosen oder Leggings sind ideal
- Pullover mit Reißverschluss statt enger T-Shirts mit kleinem Halsausschnitt
Tipp: Sprechen Sie mit Ihrem Kind vorab darüber, dass es für die Untersuchung nötig sein kann, einzelne Kleidungsstücke auszuziehen. Die Unterwäsche bleibt selbstverständlich an – Wünsche, Grenzen und Sorgen Ihres Kindes werden jederzeit respektiert! Bei Teenagern hilft das Wissen, dass alles selbstverständlich und respektvoll abläuft.
Schuhe – nicht vergessen
Damit ich das Gangbild beurteilen kann, lassen ich Ihr Kind auch kurz mit den eigenen Straßenschuhen laufen. Bringen Sie deshalb mit:
- Die normalen Alltagsschuhe (auch wenn sie schon abgelaufen sind – gerade die geben mir Hinweise)
- Bei Sportverletzungen: zusätzlich die Sportschuhe der jeweiligen Sportart
- Falls schon vorhanden: bisherige Einlagen oder orthopädische Schuhe
Was Sie sonst noch dabeihaben sollten
- Gelbes Untersuchungsheft (U-Heft) – immer dabei
- Vorhandene Befunde: Röntgenbilder, MRT-CDs, Arztbriefe, Therapieberichte
- Überweisungsschein, falls vorhanden
- Orthesen, Schienen und Hilfsmittel (wie Brille)
- Bei Säuglingen: Wickeltasche mit Windel, Feuchttüchern und etwas zum Beruhigen
- Bei Kleinkindern: ein kleines Lieblings-Spielzeug, eventuell etwas zum Knabbern
- Bei längerer Anfahrt: ein kleiner Snack und Getränk für danach
Tipps für einen entspannten Termin
- Erklären Sie Ihrem Kind altersgerecht vorher, was passiert: „Die Ärztin schaut dich an, wie du läufst und stehst – ungefähr so wie beim Kinderarzt”
- Planen Sie keinen Stress vor oder nach dem Termin – Bewegungsuntersuchungen brauchen Ruhe
- Säuglinge: am besten satt und ausgeruht mitbringen
- Bei Kleinkindern: ein Termin am Vormittag funktioniert oft besser als spät am Nachmittag
- Schreiben Sie sich Ihre Fragen vorab auf – vor Ort vergisst man die wichtigsten gerne