Der Klumpfuß (Pes equinovarus) ist eine der häufigsten angeborenen Fehlbildungen des Bewegungsapparates und kommt bei etwa einem bis zwei von tausend Neugeborenen vor. Jungen sind doppelt so häufig betroffen wie Mädchen. Dank moderner Behandlungsmethoden – insbesondere der Ponseti-Methode – können heute hervorragende Ergebnisse erzielt werden.
Was ist ein Klumpfuß?
Beim Klumpfuß ist der Fuß in mehreren Ebenen fehlgestellt: Er zeigt nach innen (Adduktion), die Ferse steht in Spitzfußstellung (Equinus), und die Fußsohle ist nach innen gedreht (Supination). Diese komplexe Fehlstellung betrifft Knochen, Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder des Fußes.
Wie wird der Klumpfuß behandelt?
Die Ponseti-Methode hat die Klumpfußbehandlung in den letzten Jahrzehnten revolutioniert. Der Grundgedanke: Durch sanfte, schrittweise Korrektur wird der Fuß in die richtige Position gebracht.
Phase 1 – Gipsbehandlung
Der Fuß wird wöchentlich in Redression gegipst. Durch eine bestimmte Abfolge von Gipswechseln (in der Regel 5-8 Gipse) werden die verdrehten Knochen sanft in ihre korrekte Position gebracht.
Phase 2 – Achillessehnen-Tenotomie
Bei etwa 90% der Klumpfüße muss nach der Gipsbehandlung noch die Achillessehne in einem kleinen ambulanten Eingriff durchtrennt werden, um die Spitzfußstellung vollständig zu korrigieren. Die Sehne wächst in der korrekten Länge wieder zusammen.
Phase 3 – Schienenbehandlung
Nach der aktiven Korrekturphase trägt das Kind eine spezielle Schiene (Denis-Browne-Schiene), um das Ergebnis zu sichern und ein Wiederauftreten zu verhindern. Die Schiene wird zunächst ganztags, später nur noch nachts getragen – insgesamt bis zum Alter von etwa vier Jahren.
Langzeitprognose
Mit konsequenter Behandlung nach der Ponseti-Methode können über 95% der Klumpfüße erfolgreich korrigiert werden. Die Kinder können später ganz normal laufen, Sport treiben und ein aktives Leben führen. Regelmäßige Kontrolluntersuchungen bis zum Abschluss des Wachstums sind wichtig, um ein Rezidiv frühzeitig zu erkennen.