Der Hüftultraschall nach Professor Graf ist die wichtigste Untersuchung zur Früherkennung der Hüftdysplasie bei Säuglingen. In Deutschland wird diese Untersuchung im Rahmen der U3 (4. bis 5. Lebenswoche) empfohlen – sie ist schmerzfrei, strahlungsfrei und dauert nur wenige Minuten.
Was wird untersucht?
Bei der Hüftsonografie beurteile ich mithilfe des Ultraschalls, wie sich die Hüftpfanne entwickelt und wie der Hüftkopf darin liegt. Wenn die Pfanne noch zu flach ist, kann sich der Hüftkopf nicht optimal zentrieren. Das tut dem Baby in der Regel nicht weh, kann aber später zu Problemen führen, wenn es unbehandelt bleibt.
In den ersten Lebensmonaten ist der Hüftkopf noch nicht verknöchert und lässt sich deshalb besonders gut und schonend mit dem Ultraschall darstellen.
Warum ist die Untersuchung so wichtig?
Die Hüftdysplasie ist mit einer Häufigkeit von zwei bis drei Prozent die häufigste angeborene Fehlstellung im Kindesalter. Mädchen sind dabei häufiger betroffen als Jungen. Ohne Behandlung kann eine unentdeckte Hüftdysplasie im Erwachsenenalter zu frühzeitiger Arthrose und erheblichen Beschwerden führen.
Die gute Nachricht: Wird die Hüftdysplasie frühzeitig erkannt, lässt sie sich in den allermeisten Fällen konservativ – also ohne Operation – behandeln.
Wie läuft die Untersuchung ab?
Ihr Baby liegt entspannt auf der Seite in einer speziellen Lagerungsschale, während ich mit dem Ultraschallgerät die Hüftgelenke untersuche. Die Untersuchung ist völlig schmerzfrei. Im Anschluss bespreche ich die Ergebnisse ausführlich mit Ihnen und erkläre, ob und welche weiteren Schritte notwendig sind.
Wann sollte die Hüftsonographie durchgeführt werden?
- Im Rahmen der U3 (4. bis 5. Lebenswoche) – als Routineuntersuchung
- Bei Risikofaktoren auch früher: Beckenendlage, familiäre Vorbelastung, Frühgeburt, Mehrlingen
- Bei klinischem Verdacht (eingeschränkte Abspreizbarkeit, Faltenasymmetrie)
- Zur Verlaufskontrolle bei bereits festgestellter Reifungsverzögerung
Was passiert, wenn eine Hüftdysplasie festgestellt wird?
Je nach Schweregrad stehen verschiedene Behandlungsmöglichkeiten zur Verfügung. Bei leichten Reifungsverzögerungen reichen oft Kontrolluntersuchungen und eine breite Wickeltechnik aus. Bei ausgeprägteren Befunden kann eine Spreizhose oder Schienenbehandlung notwendig sein. In jedem Fall erkläre ich Ihnen den Befund in Ruhe und begleite Sie und Ihr Baby durch die gesamte Therapie.
Tipp für den Termin: Bringen Sie Ihr Baby möglichst satt und zufrieden mit – dann klappt die Untersuchung am besten. Gerne können Sie auch das gelbe Untersuchungsheft mitbringen.