Der Morbus Perthes ist eine Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, die vorwiegend bei Kindern im Alter von 3 bis 12 Jahren auftritt. Jungen sind etwa viermal häufiger betroffen als Mädchen. Die Erkrankung ist zwar selten, erfordert aber eine sorgfältige Diagnostik und langfristige Begleitung.

Was passiert beim Morbus Perthes?

Aus noch nicht vollständig geklärten Gründen kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Hüftkopfes. Dies führt zum Absterben (Nekrose) von Knochengewebe. Der Körper baut den abgestorbenen Knochen ab und bildet neuen – dieser Prozess dauert in der Regel 2 bis 4 Jahre. Während dieser Zeit ist der Hüftkopf erweicht und kann sich verformen.

Wie erkennt man Morbus Perthes?

Die häufigsten Symptome sind:

Wichtig zu wissen

Klagt Ihr Kind über Knieschmerzen, sollte immer auch die Hüfte untersucht werden – Hüfterkrankungen strahlen häufig ins Knie aus.

Diagnose

Die Diagnose wird durch klinische Untersuchung und bildgebende Verfahren gestellt. Im Frühstadium kann ein Ultraschall oder MRT die Veränderungen zeigen, noch bevor sie im Röntgenbild sichtbar werden. Im Verlauf sind regelmäßige Röntgenkontrollen notwendig, um das Stadium und den Verlauf zu beurteilen.

Behandlung

Konservative Therapie

Entlastung des Hüftgelenks (vorübergehende Sportpause, ggf. Entlastung an Unterarmgehstützen), Physiotherapie zur Erhaltung der Beweglichkeit, regelmäßige Kontrollen.

Operative Therapie

In schwereren Fällen oder bei ungünstigem Verlauf kann eine Operation notwendig sein, um den Hüftkopf besser in die Pfanne einzustellen und vor Verformung zu schützen.

Prognose

Die Prognose hängt wesentlich vom Alter bei Erkrankungsbeginn und vom Schweregrad ab. Kinder, die vor dem 6. Lebensjahr erkranken, haben in der Regel eine deutlich bessere Prognose als ältere Kinder. Mit einer konsequenten Therapie und regelmäßigen Kontrollen kann in vielen Fällen eine gute Hüftkopfform erhalten oder wiederhergestellt werden.

Häufige Fragen von Eltern

Mein Kind hinkt – kann das Morbus Perthes sein?
Hinken bei Kindern zwischen 3 und 12 Jahren sollte ärztlich abgeklärt werden, besonders wenn es länger als ein paar Tage anhält. Morbus Perthes ist eine mögliche, aber seltene Ursache; häufiger sind harmlose Erklärungen wie eine Hüftgelenkreizung oder ein Hüftschnupfen. Wichtig: Knieschmerzen bei Kindern können von der Hüfte ausstrahlen – auch das gehört untersucht.
Warum hat mein Kind Morbus Perthes bekommen?
Die genaue Ursache ist bis heute nicht vollständig geklärt. Beim Morbus Perthes kommt es zu einer vorübergehenden Durchblutungsstörung des Hüftkopfes, die zum Absterben von Knochengewebe führt. Risikofaktoren wie männliches Geschlecht, kleine Statur und familiäre Häufung sind bekannt – aber niemand „hat etwas falsch gemacht". Die Erkrankung ist kein Versäumnis der Eltern.
Wie lange dauert die Behandlung von Morbus Perthes?
Der gesamte Krankheitsverlauf erstreckt sich in der Regel über zwei bis vier Jahre, da der Körper Zeit braucht, abgestorbenes Knochengewebe abzubauen und neues zu bilden. In dieser Zeit sind regelmäßige Kontrolltermine, Physiotherapie und – je nach Stadium – Entlastung des Gelenks wichtig. Geduld und konsequente Begleitung sind entscheidend für den Verlauf. Auch nach Abschluss der Behandlung sind weitere Kontrollen, oft bis ins junge Erwachsenenalter, erforderlich und sinnvoll.
Darf mein Kind mit Morbus Perthes Sport machen?
Stoßbelastende Sportarten wie Fußball, Joggen oder Trampolin sollten während der akuten Phase pausiert werden, um das Hüftgelenk zu schonen. Schwimmen und Radfahren sind dagegen meist gut möglich und werden sogar empfohlen. Welche Belastung genau in welcher Phase erlaubt ist, klären wir individuell – das ändert sich im Behandlungsverlauf mehrfach.
Hat mein Kind nach Morbus Perthes später wieder eine normale Hüfte?
Die Prognose hängt stark vom Alter bei Erkrankungsbeginn und vom Schweregrad ab. Kinder, die vor dem 6. Lebensjahr erkranken, haben in der Regel eine deutlich bessere Aussicht auf vollständige Erholung als ältere Kinder. Mit konsequenter Therapie und engmaschiger Begleitung lässt sich in vielen Fällen eine gute Hüftkopfform erhalten. Langfristige Kontrollen bleiben wichtig.

Wie kann ich behilflich sein?

Praxis OrthoKind · Andrea van Wasen · Bredeneyer Straße 122, 45133 Essen