Wachstumsschmerzen sind erstaunlich häufig: Etwa jedes dritte Kind im Alter von 3 bis 12 Jahren ist betroffen. Sie gehören zu den häufigsten Gründen für einen Besuch beim Kinderorthopäden – und die gute Nachricht ist: In den allermeisten Fällen sind sie harmlos.

Was sind Wachstumsschmerzen?

Wachstumsschmerzen sind wiederkehrende Schmerzen in den Beinen, die typischerweise abends oder nachts auftreten. Trotz des Namens ist die genaue Ursache bis heute nicht vollständig geklärt. Sie treten nicht direkt durch das Wachstum auf, sondern vermutlich durch eine Überlastung der Muskeln und Sehnen nach einem aktiven Tag.

Typische Merkmale

Wann sollten Sie zum Kinderorthopäden?

Obwohl Wachstumsschmerzen in der Regel harmlos sind, gibt es Warnsignale, die eine ärztliche Abklärung erfordern:

Können Supplements meinem Kind helfen?

Manchmal kann hinter nächtlichen Beinschmerzen ein Mangel an bestimmten Mikronährstoffen stecken. Unterstützend wirken können:

Diese Mittel können helfen, wenn tatsächlich ein Mangel vorliegt – aber sie ersetzen keine Untersuchung. Bitte keine eigenen Experimente: Besprechen Sie Nahrungsergänzungen immer mit Ihrem Kinderarzt oder direkt mit mir.

Tipps für Eltern

In meiner Praxis schließe ich durch eine gründliche Untersuchung andere Ursachen aus, bevor die Diagnose "Wachstumsschmerzen" gestellt wird. Denn hinter Beinschmerzen bei Kindern können auch andere Erkrankungen stecken, die eine Behandlung erfordern.

Häufige Fragen von Eltern

Sind nächtliche Beinschmerzen bei meinem Kind harmlos?
In den meisten Fällen ja. Wachstumsschmerzen treten typischerweise abends oder nachts auf, betreffen beide Beine wechselnd, und am nächsten Morgen ist Ihr Kind wieder beschwerdefrei. Massieren und Wärme helfen meist schnell. Trotzdem sollten andere Ursachen einmal ärztlich ausgeschlossen werden – damit Sie die Diagnose "Wachstumsschmerzen" wirklich beruhigt annehmen können.
Wann sind Beinschmerzen KEINE Wachstumsschmerzen?
Hellhörig sollten Sie werden wenn: Schmerzen nur auf einer Seite, Schmerzen tagsüber oder beim Sport, Schwellung, Rötung, Überwärmung, Hinken, Fieber oder wenn die Schmerzen immer an exakt derselben Stelle auftreten. In diesen Fällen kommt eine andere Ursache in Frage und es braucht eine kinderorthopädische Untersuchung.
Was hilft meinem Kind sofort gegen die Schmerzen?
Sanfte Massage der schmerzenden Stelle, eine warme Wärmflasche oder ein warmes Bad vor dem Schlafengehen wirken oft schnell. Ruhiges Streicheln und Trösten helfen ebenfalls – die Schmerzen sind real, auch wenn sie harmlos sind. Bei sehr starken Beschwerden kann nach Rücksprache mit dem Kinderarzt ein altersgerechtes Schmerzmittel sinnvoll sein.
Wie lange dauern Wachstumsschmerzen meist an?
Einzelne Episoden dauern oft nur Minuten bis maximal eine Stunde und verschwinden nach dem Einschlafen vollständig. Insgesamt können Wachstumsschmerzen über mehrere Monate oder Jahre immer wieder auftreten – meist verschwinden sie spätestens mit dem Ende des Wachstumsschubs vollständig. Sie hinterlassen keine bleibenden Schäden.
Sollte mein Kind bei Wachstumsschmerzen weiter Sport machen?
Ja, unbedingt. Bewegung und Sport sind keine Auslöser, sondern unterstützen die gesunde Entwicklung. Manche Kinder haben nach besonders aktiven Tagen abends mehr Schmerzen – dann hilft eine ruhigere Routine vor dem Zubettgehen. Echte Einschränkungen beim Sport sind dagegen ein Warnzeichen, dass es sich nicht um klassische Wachstumsschmerzen handelt.

Wie kann ich behilflich sein?

Praxis OrthoKind · Andrea van Wasen · Bredeneyer Straße 122, 45133 Essen